FAQ

Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) / Lagebilder

Die Polizeiliche Kriminalstatistik

Die PKS wird jährlich von den Landeskriminalämtern erstellt, das Bundeskriminalamt erstellt seit 1953 mithilfe der Landesdaten eine Polizeiliche Kriminalstatistik für Gesamtdeutschland. Alle Straftaten, die bei der Polizei angezeigt oder von ihr ermittelt werden, werden in die PKS übertragen, sobald der Vorgang an die Staatsanwaltschaft abgegeben wird.

Somit handelt es sich hier um das sogenannte Hellfeld, denn nur Straftaten, die der Polizei bekannt sind, werden in der PKS abgebildet. Abzugrenzen ist das Dunkelfeld, welches alle Straftaten umfasst, also auch solche, die von Polizei und Staatsanwaltschaft unentdeckt und damit im „Dunklen“ bleiben. Je nach Straftat kann das Dunkelfeld um ein Vielfaches größer sein, als das Hellfeld. Der Prozess der Straftat vom Dunkel- ins Hellfeld kann abhängig sein von unterschiedlichen Faktoren wie beispielsweise dem Anzeigeverhalten der Bevölkerung, der polizeilichen Kontrolldichte oder auch von Änderungen im Strafrecht.

Somit kann die PKS zwar nicht die tatsächliche Kriminalitätsentwicklung darstellen, sie kann allerdings erste Hinweise auf die Kriminalitätsbelastung und eine Annäherung an die tatsächliche Situation geben.

Lagebilder

Neben der jährlich erscheinenden Polizeilichen Kriminalstatistik veröffentlicht das Bundeskriminalamt (und das jeweilige LKA auf Länderebene) regelmäßig auch sogenannte Lagebilder.

Hier werden zu ausgewählten Deliktbereichen wie beispielsweise der Organisierten Kriminalität, Cybercrime oder auch Gewalt gegen Polizeibeamt*innen ergänzende Informationen zum Phänomen, zur Entwicklung und zu Ergebnissen der Bekämpfungsstrategie veröffentlicht.

Angewandte Forschungsmethoden

Diskurs*analyse

Der französische Philosoph Michel Foucault prägte den Begriff Diskurs und intendierte damit die sprachliche Praxis, in der sich die Gesellschaft Bedeutungen sowie Wissen, das als ‚wahr‘ angesehen wird, aushandelt und erarbeitet. Während traditionell die klassischen Massenmedien, also Printmedien als Diskursgestalter angesehen werden, können heutzutage auch die Sozialen Medien ein Definitionsmoment zugeschrieben bekommen. Die Diskursanalyse ist dabei der Versuch, über eine reflektierte methodologische Analyse die sprachliche Praxis zu identifizieren, die die gesellschaftlichen Bedeutungen und das Wissen eines bestimmten Themas definiert und reproduziert.

Aktenanalyse

Die Aktenanalyse nimmt in der kriminologischen Forschung eine zentrale Rolle ein. Dies ist unter anderem dem Umstand geschuldet, dass viele Vorgänge, die für die Kriminologie von Bedeutung sind, innerhalb von Verfahrensakten bei der Polizei, den Staatsanwaltschaften und den Gerichten dokumentiert und gespeichert werden. Ausgewertet werden die Textdokumente aus den Verfahrensakten mithilfe der in den Sozialwissenschaften gängigen Methode der Inhaltsanalyse.

Qualitative Interviews

Interviews werden in den Sozialwissenschaften durchgeführt, um die Innenperspektive der erlebenden Personen bezüglich des Forschungsgegenstands zu erfahren. Dabei kann der Strukturierungsgrad der Interviews unterschiedlich ausfallen. Die hier beschriebenen leitfadengestützten, problemzentrierten Interviews stellen einen Mittelweg der Strukturierung zwischen den narrativen (frei erzählter Monolog) und den standardisierten Interviews dar. Dabei orientieren sich die Interviews an einem Leitfaden, der relevante Themen und Fragestellungen vorgibt, nicht aber die Reihenfolge der Themen oder die Antwortmöglichkeiten.

Viktimisierung

Viktimisierung bedeutet „zum Opfer werden“. Seit Mitte des letzten Jahrhunderts beschäftigt sich die Kriminologie auch mit der Viktimologie, der Opferforschung und definiert drei Prozesse der Viktimisierung.

Die primäre Viktimisierung geschieht direkt durch eine strafbare Handlung. Bei den darauffolgenden Reaktionen des sozialen Umfelds kann es zu einer sekundären Viktimisierung kommen. Hier spielt vor allem die Reaktion der Polizei, des familiären Umfelds aber auch die Berichterstattung eine entscheidende Rolle. Bei der tertiären Viktimisierung wird das Erleben der primären und sekundären Viktimisierung zum Bestandteil der Persönlichkeit, sodass die eigene Identität auch über die Opferwerdung definiert wird.

Protest Policing

Protest Policing bezeichnet als deskriptiver Terminus allgemein polizeilichen Umgang mit Protesten im Sinne eines polizeilichen (Konflikt-)“Managements“. Es umfasst die Verfolgung (politischer) Straftaten – als einem repressiven Teilaspekt – und – als einem präventiven Teilaspekt – die Aufklärung „politischer Milieus“, wie sie der polizeiliche Staatsschutz und die Ämter für Verfassungsschutz betreiben. Ein weiterer Kernbereich des Protest Policing beinhaltet den konkreten Einsatz der Polizei im Rahmen von Demonstrationen und anderen Protestaktionen.